Marco Pagano ist neuer Bezirksbürgermeister

Neuer Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk 8 (Kalk)

Neuer Bezirksbürgermeister von Kalk
Bezirksbürgermeister Marco Pagano

Am 02.02.2017 wurde Marco Pagano mit nur einer Gegenstimme von der Bezirksvertretung zum neuen Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks 8 gewählt. Marco Pagano wurde am 24. April 1980 in Köln-Kalk geboren. Nach Stationen in Humboldt/Gremberg und Porz-Langel zog es ihn mit seiner Familie nach Refrath, wo sich seine Eltern mit einem italienischen Delikatessengeschäft und später mit einer Trattoria selbständig machten. Nach seiner Schulzeit auf der Johannes-Gutenberg-Realschule und dem Otto-Hahn-Gymnasium in Bensberg hat er  Zivildienst in der gerontopsychiatrischen Pflegeeinrichtung der AWO an der Saaler Mühle in Bensberg geleistet. Er ist gelernter IT-Kaufmann und hat an der FH Köln Informationswirtschaft studiert. Seit 2009 ist er SPD Mitglied der Bezirksvertretung und arbeitet bei den AWB in Köln. 

IG: Herr Pagano, Sie wurden am 02.02.  mit nur einer Gegenstimme zum Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks 8 gewählt. Herzlichen Glückwunsch dazu! Spricht dieses Ergebnis eher für  kölschen Klüngel oder für ein gutes Teamwork innerhalb der Bezirksvertretung?

Marco Pagano: Dieses starke Ergebnis bewegt mich sehr. Ich bin sehr dankbar für diesen Rückhalt und diese Unterstützung, die ich gleichzeitig als Vertrauensvorschuss und große Verantwortung sehe. Das Ergebnis liegt aber auch mit Sicherheit an der guten und konstruktiven Zusammenarbeit, die wir parteiübergreifend in den vergangenen Jahren als Team geleistet haben. 

IG: Bezirksbürgermeister, ein Ehrenamt!  Das heißt viel Arbeit, wenig Brot! Was treibt Sie? Haben Sie sonst keine Hobbys?

Marco Pagano: Man muss schon „positiv bekloppt“ sein. Da steckt auf jeden Fall sehr viel Verbundenheit mit meinem Bezirk dahinter und den Wunsch mich hierfür zu engagieren. Es ist nicht immer einfach Familie, Beruf und Ehrenamt unter einen Hut zu bekommen und bin froh und dankbar, dass ich eine Frau habe, die zu Hause die Fäden in der Hand hält und mich sehr unterstützt. Aber ich gebe diese Unterstützung gerne zurück. Wir sind beide berufstätig und das klappt alles nur, wenn man im Team arbeitet. Und wenn nach allem noch Zeit bleibt, mache ich auch liebend gern mit meiner Band Musik. 

IG: Wodurch wird sich Ihre Arbeit von der Ihres Vorgängers Markus Thiele unterscheiden?

Marco Pagano: Ich bin ich, Markus Thiele ist Markus Thiele. Von daher wird es sicher Unterschiede geben. Das müssen am Ende aber andere beurteilen. Ich möchte auf der einen Seite für Kontinuität im Stadtbezirk Kalk stehen. Wir haben parteiübergreifend immer sehr gut zusammengearbeitet. Auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind und uns über Inhalte auch mal streiten mögen. Am Ende geht es um die Zukunft des Bezirks und unserer Stadt. Und das zeichnet uns gemeinsam aus. Es macht Spaß so zu arbeiten. Ich selbst möchte aber auch Impulsgeber für wichtige Themen sein und möchte Politik und die Menschen im Veedel näher zusammenbringen. 

IG: Bisher hat die BV ganz offensichtlich Ihren Focus  auf die Weiterentwicklung des Kalker Zentrums gelegt. Eine positive Entwicklung ist dort abzusehen und die Probleme landen vermehrt in der Peripherie. Wenn man z.B. die Trimbornstraße und weiter die Taunusstraße entlang geht oder die Polizeiberichte liest, kann man diesen Eindruck durchaus gewinnen? Ist es nicht auch an der Zeit die Wohnveedel zu stärken?

Marco Pagano: Ich glaube, dass die BV sogar sehr lange die Veedel im Blick hat. So haben wir uns die letzten Jahre ja auch um die Entwicklung des östlichen Teil des Bezirks gekümmert wie auch um den Ausbau der Busverbindungen, wie z.B. einem Nachtbus, der auch durch Humboldt/Gremberg fahren soll. Aber klar: Das Bezirkszentrum Kalk ist natürlich ein weiter Schwerpunkt gewesen. Ich erinnere mich noch gut an die erfolgreiche von der IG organisierte Podiumsdiskussion im vergangenen Jahr. Dabei wurde auch klar, wo im Veedel der Schuh drückt. Und das muss die Bezirkspolitik in ihren Fokus nehmen. Die Entwicklung der Trimbornstraße und der Taunusstraße sind da nur einige Beispiele. Hier würde ich gern an die Diskussion im vergangenen Jahr anknüpfen und nun in neuer Rolle den besprochen Veedelsspaziergang mit der IG durchführen. 

IG: Immer mehr Alteingesessene fühlen sich in ihrem Veedel mittlerweile fremd. Für Humboldt/Gremberg heißt das: Migrationshintergrund an allen Einwohnern 56,6%, Anteil der Ausländer 32,3 %, SGB II-Quote (Leistungsbezieher) 23,9%. Leider müssen wir feststellen, dass sich unsere ausländischen Mitbürger nicht mit Ihrem Veedel identifizieren und kaum in Vereinen engagieren oder gar Verantwortung übernehmen . Wie kann Integration unter diesen Bedingungen noch gelingen?

Marco Pagano:Ich bin der erste Kölner Bezirksbürgermeister mit Migrationshintergrund. Das macht mich stolz und kann gleichzeitig eine Möglichkeit sein, die Identifikation mit seinem Veedel und seiner Stadt zu stärken. Wir müssen zeigen, dass sich Engagement lohnt: In einer IG, im Karnevalsverein, beim Sport oder der Politik. Wir müssen verhindern, dass Menschen abgehängt werden und keine Chance haben. Das gilt für Ur-Kölner wie auch für Zugezogene. Das beginnt bei der Quartiersentwicklung, bei einer guten Bildung, bei der Sauberkeit im Veedel, an einem guten ÖPNV: Schlicht bei Teilhabe. Wir im Bezirk können alleine nicht alles schaffen. Aber wir können Vieles anstoßen. Das fängt beispielsweise auch damit an, dass unsere Turnhallen wieder für Schul- und Vereinssport genutzt werden können. Es muss aber auch allen klar sein: Es gibt in einer Gesellschaft regeln, an die sich alle halten müssen. Nur so funktioniert Zusammenleben. 

IG: Das Veedel  als Keimzelle der Gesellschaft war früher Ort der Begegnung. Heute fehlt es an Begegnungsstätten, Angeboten für Jugendliche und die Veedelskultur liegt weitgehend am Boden. Wie kann diesem Trend aus Ihrer Sicht entgegengewirkt werden?

Marco Pagano: Da sind wir wieder bei der Quartiersentwicklung. Wenn wir z.B. neuen Wohnraum schaffen, dann müssen wir dafür sorgen, dass bei größeren Projekten neue Begegnungsstätten verbindlich mit geplant werden. Und wir müssen dafür sorgen, dass wir die vielen Fördertöpfe nutzen, die beispielsweise die Landesregierung bietet. Damit können wir im Veedel Projekte fördern und mitfinanzieren, die wir als Stadt alleine nicht stemmen könnten. Darauf will ich ein Auge haben. Ein wichtiges Projekt wird da zum Beispiel die Zukunft der Hallen Kalk sein. Auch können wir als Bezirk mit unseren bezirksorientierten Mitteln selbst sehr konkret Vereine und Institutionen unterstützen. Da stehen uns ab diesem Jahr auch noch zusätzliche Möglichkeiten offen.

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