Faszination Nachtlogistik: Die IG Humboldt-Gremberg besucht das UPS Hub

Wenn in Humboldt-Gremberg allmählich die Lichter ausgehen und Ruhe im Veedel einkehrt, erwacht nur wenige Kilometer entfernt eine ganz andere Welt zum Leben. Die Interessengemeinschaft (IG) Humboldt-Gremberg machte sich kürzlich auf den Weg in die Wahner Heide, um bei einer exklusiven Nachtführung das europäische UPS Hub am Flughafen Köln/Bonn zu besichtigen – ein Blick hinter die Kulissen der globalen Wirtschaft, direkt vor der eigenen Haustür.

Die Stadt, die niemals schläft

Der Ausflug der IG Humboldt-Gremberg begann um 21:30 auf dem Mitarbeiterplatz P5 von UPS. Genau dann, wenn für die meisten Kölner der Tag endet, startet am europäischen Luftkreuz von UPS die heiße Phase. Das Hub auf dem Wahner Flughafen ist das größte und wichtigste Drehkreuz des Logistikriesen außerhalb der USA. Für die Teilnehmer aus dem rechtsrheinischen Veedel bot sich ein faszinierendes Bild: Nahezu im Minutentakt landen riesige Frachtflugzeuge aus ganz Europa, Asien und Amerika, werden in Rekordzeit entladen und kurz darauf mit neuer Fracht wieder in den Nachthimmel geschickt.

Organisiert wurde das Event von unserem Mitglied Georg Hellenthal. Zunächst ging es in das Besucherzentrum, wo wir nicht nur mit Getränken sondern auch  Informationen, Warnwesten, Audioempfängern und Besucherausweisen versehen wurden. Danach wurde die Gruppe der IG direkt an das Geschehen herangeführt. Das taghell erleuchtete Vorfeld und die präzise choreografierte Zusammenarbeit hunderter Mitarbeiter und Fahrzeuge auf dem Rollfeld sorgten vom ersten Moment an für Staunen.

Hightech-Logistik im Sekundentakt

Das absolute Highlight des Besuchs war jedoch das Innere der Anlage: die hochmoderne Sortierhalle. Auf einer Fläche, die unzähligen Fußballfeldern gleicht, rasen Pakete über ein schier endloses, kilometerlanges Labyrinth aus Förderbändern. Es rattert, summt und piept ununterbrochen. Hochleistungsscanner lesen die Barcodes und Adressdaten der Sendungen im Bruchteil einer Sekunde aus und leiten die Pakete vollautomatisch an das richtige Gate. Bis zu 190.000 Pakete können hier pro Stunde verarbeitet werden. in den riesigen Hallen ist am frühen Morgen kein einziges Paket mehr zu sehen, weil dann der letzte Flieger, voll beladen mit Fracht, den  HUB bereits wieder mit Kurs auf den Zielflughafen verlassen hat.

Die Experten von UPS erklärten den interessierten Gästen aus Humboldt-Gremberg detailliert die Abläufe. Die Teilnehmer erfuhren, dass von der Ankunft eines Pakets aus Mailand bis zum Weiterflug nach New York oft nur wenige Stunden vergehen. Auch kritische Themen wie Lärmschutzmaßnahmen und Nachhaltigkeitsstrategien – Themen, die für Anwohner der rechtsrheinischen Stadtteile naturgemäß von großem Interesse sind – kamen in der offenen Fragerunde nicht zu kurz. Anschließen wurde das Vorfeld besucht, wo die großen Flieger vom Typ Boing auf ihre Ent- und Beladung warteten.

Ein Ausflug, der das Veedel verbindet

Für die IG Humboldt-Gremberg, die sich traditionell für die Vernetzung der Bürger, Vereine und Gewerbetreibenden im Stadtteil einsetzt, war der Besuch weit mehr als nur ein technikbegeistertes Event. Ausflüge wie dieser fördern den Zusammenhalt im Veedel, schaffen gemeinsame Erlebnisse und bieten die seltene Gelegenheit, die wirtschaftlichen Motoren der Kölner Region hautnah zu verstehen.

Nach knapp drei Stunden voller Eindrücke, dem Geruch von Kerosin in der Nase und faszinierender Automatisierungstechnik vor Augen, trat die Gruppe tief in der Nacht die Heimreise an. Als die Teilnehmer wieder im stillen und dunklen Humboldt-Gremberg ankamen, war man sich einig: Dieser nächtliche Ausflug in die pulsierende Welt der Logistik wird allen noch lange im Gedächtnis bleiben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert